Mühle Große Kraneburg

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"Geh mal eben zur Mühle und hol' Kleie für die Kaninchen. Zwei Pfund Mehl kannst

Du auch noch mitbringen." Wer Ende der 1950er Jahre als Heranwachsender in der Burg

wohnte, der wird sich vielleicht auch noch an solche Einkaufsaufträge erinnern.

Denn die übliche Kleintierzucht im Stall hinter dem Haus, vorzugsweise mit Kaninchen

und Hühnern, will mit Putter versorgt sein. Und das Mehl, das in den großen braunen

Tüten abgepackt wird, ist in der Mühle billiger als beim Lebensmittelladen um die Ecke.

Discounter gibt es noch nicht.

"Die Mühle" ist in der Burg und auch in Welheim ein feststehender Begriff. Jeder weiß,

was gemeint ist:

die Getreidemühle von Wilhelm Große-Kraneburg an der Ecke Johannes-Batenbrock-

Straße. Es gibt sie schon um die Jahrhundertwende, als die Burg noch "Boyer" heißt.

Ein alter Mühlstein trägt die Jahreszahl 1892. Nach neueren Angaben soll die

Mühle aber erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) in Betrieb gegangen sein.

Auf jeden Fall ist sie nicht so ein spektakuläres Bauwerk wie die drei Windmühlen, die

um 1900 im Bereich der heutigen Stadtmitte aktiv sind. Denn die Boyer Mühle wird von

Maschinen angetrieben. Und so ist es meist recht laut, wenn man als Kunde die

Außenstufen erklommen hat und im Inneren der Mühle auf ächzendem und

vibrierendem Holzboden versucht, seine Kleie-Bestellung loszuwerden. Der Mühlen-

Besuch ist deshalb jedes Mal auch ein Abenteuer. Das ganze Gebäude, jeder Mauerstein

und jede Holzbohle scheinen damit beschäftigt zu sein, die Körner von den

Getreidefeldern der Boyer Bauern an der Kraneburgstraße oder an der Körnerschule zu

mahlen. So gesehen ist die Mühle heute tot, ist aber zu neuem Leben erwacht. Es wird

dort kein Getreide mehr mehr gemahlen sondern jetzt wird dort gut gegessen und getrunken

Lassen Sie sich von uns verwöhnen!


Ihre Gastgeberin

Eva Langer

Die Geschichte der Kraneburg

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